Die Schärfentiefe ( oder auch Tiefenschärfe) ist eine ungreifbare Variable für so manchen Einsteiger, da sie ja von mehreren Variablen beeinflusst wird:
Folgender Sachverhalt ist hier vorhanden:
Je größer die Brennweite (ohne Änderung des Standortes), desto geringer die Tiefenschärfe (scharf abgebildeter Bereich).
Je geringer die Blendenzahl, desto kleiner wird der scharf abgebildete Bereich.
Je größer Abstand zum Motiv, desto kleiner wird der scharf abgebildete Bereich
Natürlich lässt sich dies mit einem Onlinetool berechnen:
Nun die interessante Variable:
Wenn wir ein Bild mit einer Crop (Aps-C) Kamera erstellen und von diesem Standort ein Bild mit einer Vollformat Kamera (5D) mit dem gleichen Objektiv bei gleicher Brennweite schießen,
ändert sich die Tiefenschärfe nicht! – Aber der Bildausschnitt. siehe und hier !
Das stimmt, mit einer Vollformat-Kamera hat man weniger Tiefenschärfe! Aber nur, wenn:
wir die Aufnahmedistanz nicht ändern, sondern die Brennweite um den gleichen Bildausschnitt zu erhalten:
Machen wir mal ein Portrait mit einer Vollformat-Kamera und 50mm.
Die Crop-Kamera (APS-C mit 1.6x) hat einen kleineren Bildausschnitt und um das gleiche Ergebnis zu erhalten müssen wir eine kürzere Brennweite einsetzen: 35mm.
Das ist der Knackpunkt. Die Brennweite wird geringer, wir müssen die Blende (falls möglich) ebenfalls wesentlich weiter öffnen!
Ein Vergleich zeigt, dass die Tiefenschärfe hier annähern gleich ist:
5D mit 50 1.4 @ 2.2 == 30D mit 35 1.4 @ 1.4
5D mit 135 2.0L @ 2.0 == 30D mit 85 1.2L @ 1.2
Somit ist die:
Crop Blendezahl und Brennweite = Vollformat / 1.6
Und wir haben doch Reserven und können an der 5er die Blende weiter öffnen und
weniger Tiefenschärfe erhalten!
Am Beispiel einer Lichtstarken Linse wie z.B. 85 1.2L wird dies deutlich:
5D mit 85 1.2L @ 1.2 == 30D mit 50 0,75L – wo gibts denn sowas